Lehr- und Forschungsgebiet Pflanzenbiotechnologie

Rekombinante therapeutische Proteine und proteinbasierte Impfstoffe spielen zunehmend eine wichtige Rolle in der modernen Medizin und Gesundheitsvorsorge. Pflanzen und Pflanzenzellkulturen beginnen sich in dem hart umkämpften Bereich der biotechnologischen Produktionssysteme für rekombinante Proteine immer stärker zu etablieren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Pflanzen und Pflanzenzellkulturen zahlreiche Vorteile gegenüber den herkömmlichen auf Fermentation basierenden Technologien bieten: die geringen Kosten für die großtechnische Produktion, nahezu unbegrenzte Maßstabsvergrößerung und die Fähigkeit pflanzlicher Zellen, die für viele eukaryotischen Proteine wichtigen posttranslationalen Modifikationen durchzuführen.

Eine alternative Route neben der Nutzung pflanzeneigener Resistenzstrategien zur Bekämpfung von Krankheitserregern ist der Einsatz der molekularen Pflanzenbiotechnologie, um resistente Sorten zu erzeugen. Pathogenresistenz kann auch durch die Expression von Antikörpern, die wesentliche Bestandteile des Erregers binden und neutralisieren, erhöht werden. Die Wirksamkeit der Antikörper-vermittelten Resistenz wurde zum ersten Mal für Pflanzenviren gezeigt und seit kurzem  auch für pilzliche und bakterielle Phytopathogene. Der Erfolg des Ansatzes hängt - je nach Art der Pathogenvermehrung, Ausbreitung und Übertragung- sehr vom subzellulären Kompartiment des exprimierten Antikörpers ab und muss entsprechend angepasst werden.